In den vergangenen Jahren wurde viel über den Niedergang von Enterprise Content Management und in der jüngeren Vergangenheit über den Aufstieg von Content Services Plattformen, Anwendungen und Komponenten geschrieben.

Diesen Januar hat Michael Woodbridge von Gartner in seinem Blog folgendes geschrieben: "ECM ist jetzt tot (kaputt, begraben, ein ehemaliger Name auf dem Markt), zumindest in Gartners Definition des Marktes" und die Geburtsstunde von Content Services ausgerufen. Ebenfalls im Januar hat John Mancini von AIIM in seinem Blog darauf geantwortet, indem er der Welt die Systems of Understanding vorstellt und das Zeitalter des Intelligent Information Management einläutet. Dies war außerdem Thema seiner jüngsten Grundsatzrede auf der AIIM Konferenz in Orlando.

Ja, die Zeiten ändern sich. Die Menge und Vielfalt an Content steigt weiter an. Mobilgeräte haben sich in unvorstellbarer Zahl vermehrt und sind in unseren Alltag eingedrungen. Die Cloud hat die Vorherrschaft in der IT-Infrastruktur übernommen und bestimmt, auf welche Art und Weise Anwendungen und Dienste Kunden bereitgestellt werden. Soziale Medien haben für immer verändert, wie wir Informationen teilen und wie wir kommunizieren. Konsumenten-Apps und die Epoche der Schatten-IT haben gezeigt, dass die Wünsche der Benutzer ausschlaggebend sind, und dass gut oftmals nicht gut genug ist. Durch die Weiterentwicklung von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz haben sich in jüngster Vergangenheit Möglichkeiten in den Vordergrund gedrängt, größere Erkenntnisse aus Content zu ziehen.

Veränderungen und Weiterentwicklungen liegen in der Natur von Technologie. Diese kontinuierliche Evolution führt unweigerlich zu verschiedenen Marktepochen und Zeiten des Umbruchs, die zu Umwälzungen und möglicherweise Händeringen führen, jedoch unvorstellbare neue Möglichkeiten für Kunden und Anbieter hervorbringen, die die Bedürfnisse von Konsumenten befriedigen.

Ich überlasse die Diskussion über die Bezeichnung dieser neuen Epoche im ECM klügeren Köpfen und jenen, die einen besseren Einblick haben. (Oder ich behandle dieses Thema wider besseres Wissen in einem zukünftigen Blogeintrag.) Denn eigentlich wollte ich mich heute auf die Zukunft von ECM konzentrieren. Außerdem wollte ich die Diskussion voranbringen, da bereits viel über die Auswirkungen von S.M.A.C. (Social, Mobile, Analytics und Cloud) auf ECM geschrieben wurde.

Deshalb werde ich in den nächsten beiden Wochen eine vierteilige Serie über die Zukunft von ECM schreiben, die sich auf einige andere wichtige Bereiche von Content-Plattformen der nächsten Generation konzentriert. Dazu gehören Modularität, Konnektivität, Metadatenmodelle und erweiterte Hybrid-Cloud-Infrastrukturen. Beginnen wir mit einem Blick auf die Modularität.

Modularität in allen Bereichen

Für alle die mich bereits kennen, möchte ich klarstellen, dass dies keine Abhandlung über die Architektur von ECM-Lösungen wird. Stattdessen werfe ich einen Blick auf die Machbarkeit einer modularen Architektur aus zwei einfachen Gesichtspunkten: einmal auf das Erstellen neuer Lösungen auf einer Content Services-Plattform; und zweitens darauf, die Zukunftssicherheit Ihres nächsten Systems zu gewährleisten.

Worin liegt der Zweck einer Plattform? Ganz einfach gesagt ist es ein einfaches Gebilde, auf dem Lösungen entwickelt werden. Es handelt sich entweder um zugeschnittene Lösungen, bei denen Kunden die Plattform für ihre einzigartigen Geschäftsanforderungen nutzen; oder um wiederholbare Anwendungen, bei denen Anbieter oder ihre Partner maßgeschneiderte Anwendungen entwickeln, um bestimmte horizontale oder vertikale (branchenspezifische) Geschäftsanforderungen zu befriedigen. Modulare Dienste bzw. Mikro-Dienste vereinfachen die Entwicklung spezifischer Lösungen oder Anwendungen. Um nicht mit starren und unflexiblen Plattformen arbeiten zu müssen, die alles für jeden bieten wollen, können Entwickler auf modulare Dienste zurückgreifen, die eine bestimmte erforderliche Funktionalität bereitstellen.

Erinnern Sie sich an den alten Vergleich zwischen Best-of-Breed und integrierten ECM-Plattfomen? In vielen Fällen haben Kunden eine größere Funktionalität oder eine überlegene Nutzererfahrung geopfert, um die Integration einer Best-of-Breed-Lösung zu vermeiden. Durch das Aufkommen der Cloud und den damit verbundenen Diensten wird es immer einfacher, den exakt passenden Dienst zu finden und einzubetten - möglicherweise parallel zu Diensten anderer Anbieter - um genau die Anwendung zu entwickeln, die Sie für Ihr Unternehmen benötigen. Während wir in dieser neuen Epoche der Mikro-Dienste voranschreiten, hat dies einige interessante Auswirkungen für Anbieter bei der Preisfestlegung ihrer modularen Plattformen, wie auch für jene Kunden, die möglicherweise nur einen kleinen Teil des Angebots einer Plattform nutzen.

Modularität ist mehr als Schein. Kunden sollten außerdem nach einer Plattform der nächsten Generation suchen, die modularer aufgebaut ist, damit neue Entwicklungen in der Infrastruktur und Technologie ohne Weiteres hinzugefügt und in die Plattform eingebettet werden können. Ein verstecktes Problem unflexibler ECM-Plattformen tritt für Kunden erst bei der Veröffentlichung einer neuen Version zu Tage, die meist eine umfängliche Migration auf die aktuellste Version erfordern. Die Kosten und der erforderliche Aufwand für diese "Upgrades" sind beachtlich und einer der wesentlichen Faktoren für die hohen Gesamtbetriebskosten (TOC) der ECM-Plattformen der vorherigen Generation.

Wäre es deshalb nicht viel besser, eine Lösung einzuführen, die aufwärtskompatibel ist und die Möglichkeit bietet, die zugrundeliegende Datenbank zu aktualisieren (z. B. günstigere, leistungsstärkere NoSQL-Optionen zu nutzen), eine neue Option für die Contentspeicherung hinzuzufügen oder eine neue Searchengine zu verwenden - und all das ohne Replatforming? Ob Sie es glaube oder nicht, es gibt tatsächlich einige Anbieter, die sich über die Architektur und ihre Auswirkungen auf die Gesamtbetriebskosten für den Kunden Gedanken machen.

Mein Argument ist daher einfach: wenn Sie nach einer moderneren mikrobasierten Architektur suchen, um Ihre Entwicklungen zu beschleunigen, dann sollten Sie nach Modularität in der zugrundeliegenden Plattform und nach einer Architektur suchen, die stets die neuesten Fortschritte in der Infrastruktur und den unterstützenden Technologien nutzen kann.